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Besuch Hopfenverdelungsanstalt 2014


Freie Wähler besuchten Hopfenveredlung St. Johann
Werks- und Forschungsbrauereibesichtigung mit Bierverkostung

Der Ortsverband der Freien Wähler Pfeffenhausen unternahm kürzlich seinen Jahresausflug zum Hopfenveredelungswerk und der Forschungsbrauerei nach St. Johann. Dieses Verarbeitungswerk liegt strategisch und zentral in der Hallertau und den wichtigsten Anbaugebieten Europas. Es ist die größte und modernste Hopfenveredelungsanlage der Welt und mit seiner Forschungsbrauerei einzigartig.
Herr Gahr, Leiter der Forschungsbrauerei, der die Mitglieder des Ortsverbands durch das Werk führte, zeigte zu Beginn einen Info-Film. Hier wurden die einzelnen Schritte des Hopfens vom Hopfenpflanzer bis hin zum fertigen Produkt aufgezeigt. Es ist deutlich geworden, dass die Rückverfolgbarkeit beim Hopfen eine lückenlose Kette bildet und somit Hopfen zu einem der sichersten Lebensmittel gehört.


Anschließend ging es durch die Forschungsbrauerei,  die 1998 erbaut wurde. Die Forschungsbrauerei unterliegt nicht dem Reinheitsgebot, da diese Biere nicht in Verkehr gebracht werden dürfen, so Herr Gahr. Hier werden auf Grund der hohen Flexibilität der Anlage nicht nur Biere nach dem Reinheitsgebot gebraut, sondern auch Biere, die neben Hopfen auch Mais, Hirse und andere  Zutaten enthalten. Daraufhin erklärte Herr Gahr, dass ständig an der Verbesserung des Biers geforscht wird. So will man Biere mit neuen Geschmacksrichtungen entwickeln. Auch im Auftrag vieler Brauereien werden nach deren Rezepten Versuchsbiere gebraut.


Anschließend führt Herr Gahr die Teilnehmer weiter zu den Kühlhallen. Damit möglichst viele Rohhopfen wirtschaftlich und qualitätsschonend gelagert werden kann, fand in den 90iger Jahren eine grundlegende Umgestaltung der traditionellen Hopfen-Logistik statt. In nur wenigen Jahren erfolgte die Umstellung vom traditionellen Landballen zu den neuen Rechteckballen. Durch seine Normmaße 60x60x120 cm  besitzt der Rechteckballen alle wichtigen Vorrausetzungen für modernen Transport und platzsparende Lagerung. So werden inzwischen mehr als 11 000  Tonnen Rohhopfen in modernsten Kühlhallen gelagert. Neben Rohhopfen werden auch fertige Produkte in den Kühlhallen für die Brauereien gelagert.


Einen Einblick über die Herstellung und Verpackung von Hopfenpellets erhielten die Teilnehmer in den Verarbeitungshallen. Bevor die Packstücke maschinell Entleert werden, wird jedes Packstück über die EDV erfasst, d. h. das sich auf dem Packstück befindende Siegel mit Barcode wird eingescannt. Es wird somit abgespeichert, von welchen Pflanzern der Hopfen für diese Produktcharge stammt.  In großen Silos wird dann der Hopfen von verschiedenen  Pflanzern vermischt. Über eine Schwergutabscheidung geht es weiter zur Mahl- und Mischanlage. In der Mischanlage entsteht eine homogene Hopfenmischung einer Sorte. Der gemahlene Hopfen wird in Kollerpressen zuletzt zu Pellets gepresst. 


Die Verpackung erfolgt in Alutüten, die unter Sauerstoffausschluß verschweißt werden. Sie können dann einige Jahre ohne Qualitätsverlust gelagert werden. Abschließend fügte Herr Gahr noch hinzu, dass der gesamte Produktionsablauf vom betriebseigenen Labor überwacht wird. Nach dem ausführlichen Betriebsrundgang ging es zurück zur Forschungsbrauerei. Bei einer gemütlichen Runde gab es noch eine Bierverkostung mit Brotzeit.